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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Nagelbettentzündung und wie häufig kommt sie vor?

  2. Wie erkenne ich eine Nagelbettentzündung?

  3. Was sind die Ursachen einer Nagelbettentzündung?

  4. Wie unterscheide ich eine Nagelbettentzündung von anderen Nagelerkrankungen?

  5. Wie lange dauert eine Nagelbettentzündung an?

  6. Helfen Hausmittel oder Salben aus der Drogerie bei der Behandlung einer Nagelbettentzündung?

Nagelbettentzündung an Finger und Zeh: Symptome und Ursachen erkennen

Aktualisiert:

23. Jan. 2023

Schmerzen, Rötung und sogar blutige Wunden am Nagel. Häufig handelt es sich hierbei um eine Nagelbettinfektion. Diese häufige Nagelerkrankung macht ca. 30 % der Hand und Fußinfektionen aus und ist besonders durch starke Schmerzen bei Betroffenen gekennzeichnet. Die Auslöser sind Bakterien, Viren oder Pilze, begünstigt durch ständige Nässe, falsches Schuhwerk oder Verletzungen an Zehen- und Fingernägeln. Es ist wichtig, den Auslöser für die Nagelbettinfektion zu identifizieren und bereits bei einer akuten Infektion zu behandeln. Die ärztliche Behandlung ist bei der chronischen Nagelbettentzündung unumgänglich.

Das Wichtigste in Kürze:

  1. Nagelbettentzündungen sind schmerzhafte Infektionen, die extrem häufig sind

  2. Bei akuter Nagelbettentzündung ist die Haut gerötet und geschwollen und es tritt ein pochender Schmerz auf

  3. Nach über 6 Wochen spricht man von einer chronischen Nagelbettentzündung, die durch eitrige Wunden gekennzeichnet ist

  4. Der eingewachsene Nagel (Onychocryptosis) ist ein häufiger Auslöser für wiederkehrende Nagelbettinfektionen

  5. Eine Nagelbettinfektion ist nicht zu unterschätzen und es sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, wenn keine Verbesserung nach 3 Tagen ersichtlich ist

Was ist eine Nagelbettentzündung und wie häufig kommt sie vor?

Die Nagelbettentzündung, auch Paronychie (griechisch para: „neben“, onychos: „Finger–, Fußnagel“) genannt, ist eine entzündliche Infektion der Finger oder Zehennägel. Betroffen sind das Nagelbett und der Nagelwall.

Das Nagelbett ist der empfindliche Bereich direkt unter der Nagelplatte. Der Nagelwall ist der seitliche Rand des Nagels, der beim eingewachsenen Nagel unter das Fleisch wächst. Die Nagelbettentzündung ist eine der häufigsten Nagelerkrankungen der Finger und Zehen und macht ca. 30 % der Handinfektionen aus. Frauen sind 3-mal häufiger betroffen als Männer. Medizinisch unterscheidet man zwischen akuter (kurzweiliger) und chronischer (lange andauernder) Nagelbettentzündung. Da die akute Nagelbettentzündung meist durch akute äußere Reize ausgelöst wird, ist meistens nur ein Nagel betroffen. Wenn diese akute Entzündung nicht behandelt wird, kann sie chronisch werden und eitrige Wunden auslösen. Manche Menschen bestimmter Berufsgruppen (z.B. Gesundheitsberufe und Handwerker) sind beruflich einer ständigen Reizung der Finger- und Fußnägel ausgesetzt, wodurch die physikalische Barriere der Haut geschwächt wird. Infolgedessen können Krankheitserreger wie Bakterien und Pilze leichter durch die Haut in den Körper eindringen. Da sich diese ständige Reizung und Schwächung der Hautbarriere auf die gesamten Hände oder Füße auswirkt, können auch mehrere Nägel von der Entzündung betroffen sein. Insbesondere bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem, wie z.B. Diabetikern, kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen, da diese durch Nervenschäden (medizinisch: diabetische Neuropathie) ein Taubheitsgefühl entwickeln und somit keine Schmerzen im Fuß empfinden. Es können sich Geschwüre (medizinisch: Ulcera) oder Weichteilinfektionen (medizinisch: Phlegmone) bilden, die durch das Taubheitsgefühl in den Füßen lange unentdeckt bleibt. Breiten sich die Krankheitserreger aus, kann es zu einer sog. Sepsis kommen. Dabei handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Zustand mit Organversagen und einer außer Kontrolle geratenen Immunantwort. Dieser Zustand muss so schnell wie möglich der lebensbedrohlichen Situation angemessen behandelt werden.