Patch-Test zum Nachweis von Kontaktallergien

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Welche Formen der Allergien gibt es?

Es werden vier verschiedene Allergieformen unterschieden. In diesem Artikel geht es um die sog. Typ-IV-Reaktion (Spättyp).


Wie finde ich heraus, ob ich allergisch bin?

Um eine allergische Reaktion vom Spättyp zu identifizieren, wird ein sog. Epikutantest (auch Patch-Test genannt) durchgeführt. Dieser ist nicht zu verwechseln mit dem Prick-Test, der für Diagnose einer allergischen Reaktion vom Soforttyp (Typ I) verwendet wird. Dabei trägt die testende Person eine Reihe von Teststoffen, sog. Allergenen, mit Hilfe von speziellen Pflastern auf die Haut des Rückens. Anschließend werden sie mit einer UV-Lampe bestrahlt. Es gibt Standardreihen mit den häufigsten Allergenen, die aufgetragen werden, jedoch können bei bestimmten Fragestellungen auch besondere Allergene wie z.B. Kosmetika und Pflegeprodukte der Patientinnen getestet werden.


Wie wird der Patch-Test ausgewertet?

Nach 2 Tagen werden die Pflaster entfernt und die Reaktion analysiert. Liegt eine Allergie vor, reagiert das Immunsystem mit einer überschießenden Immunreaktion, welche sich in einer Rötung sowie ggf. Schwellung, Juckreiz und Brennen an der betroffenen Stelle äußert. Je nachdem welche Stelle gerötet ist, lässt dies Rückschlüsse auf den Stoff zu, der die allergische Reaktion auslöst. Am 3. Tag erfolgt in der Regel eine weitere Inspektion des Rückens, da eine Kontaktallergie am 3. Tag die allergische Reaktion ihre maximale Ausprägung erreicht. Liegt eine sog. phototoxische , also durch UV-Licht hervorgerufene, Reaktion vor, schwächt sich die Reaktion mit der Zeit ab. Mit der Folgeuntersuchung am 3. Tag kann also auch eine Kontaktdermatitis von einer phototoxischen Dermatitis unterschieden werden.


Warum sollte der Patch-Test durchgeführt werden?

Mit Hilfe des oben beschriebenen Epikutantests können Kontaktdermatitiden und phototoxische Dermatitiden genau identifiziert werden. So bleibt Patientinnen viel Zeit und Mühe erspart und sie müssen lediglich die Allergene aus ihrem Leben verbannen.


Worauf muss ich beim Patch-Test achten?

Der Epikutantest ist zwar recht unkompliziert, auf einige Dinge solltest DU dennoch achten. Das Testareal sollte haarlos und die Haut trocken und fettfrei sein. Sonst kann das Pflaster möglicherweise nicht richtig kleben. Wichtig ist auch, von Testanfang bis zum Ende die Pflaster nicht nass werden. Deshalb:

  • Spare beim Duschen den Rücken aus. Schwimmen gehen ist somit natürlich auch nicht ratsam.

  • Kein Sport. Wenn Du schwitzt, können die Pflaster abfallen.

Gehe auch nicht in die Sonne und kratze Dich nicht am Rücken. Dies kann das Testergebnis verfälschen. Sollte nach der Testauswertung eine stark verzögerte Reaktion auftreten, informiere unbedingt Deinen Arzt!


Welche Risiken gibt es beim Patch-Test?

Das wichtigste Risiko beim Patch-Test ist eine mögliche Sensibilisierung für das Allergen. D.h., dass der Körper danach empfindlicher auf das Allergen reagiert als vorher bzw. so erst eine Allergie entsteht. Meistens verläuft der Test jedoch ohne Komplikationen ab. Manchmal wird der starke Juckreiz bei einer allergischen Reaktion als unangenehm beschrieben.


Wann darf der Patch-Test nicht durchgeführt werden?

Damit der Test durchgeführt werden kann, sollte das Hautareal gesund aussehen, d.h. es sollten keine entzündlichen Hautveränderungen zu finden sein. UV-Strahlen können das Testergebnis verfälschen. Daher sollte vorher auf ausgedehnte Sonnenbäder und Solariumbesuche verzichtet werden.


Was sind falsche Testergebnisse?

Da der Test über mehrere Tage durchgeführt wird, ist er anfällig für Fehler.


Falsch-negativ

Alles, was die Haftung der Pflaster an ihren Stellen beeinträchtigt, kann ein fälschlicherweise ein negatives Testergebnis vortäuschen. Manche Medikamente wie Cortisolderivate und Immunsuppressiva hemmen das Immunsystem. Dadurch kann es passieren, dass die allergische Reaktion ausbleibt, obwohl eine Allergie vorliegt.


Falsch-positiv

Eine allergische Reaktion auf das Pflaster selbst hingegen kann eine Allergie gegen das Allergen vortäuschen. Weitere Faktoren für sog. falsch-positive Befunde sind Testungen in Bereichen eines noch nicht abgeklungenen Ekzems oder extrem überschießende Reaktionen auf einzelnes Allergen, sodass benachbarte Areale ebenfalls gerötet sind. So entsteht fälschlicherweise der Eindruck, dass die Patientinnen gegen mehrere Allergene allergisch sind.

Hoffentlich hat Dir dieser Artikel alle Deine Fragen zu Kontaktallergien beantwortet. Wenn Du noch mehr darüber erfahren möchtest wie Du Deine Nägel gesund und frisch hältst, abonniere doch hier unseren Newsletter. 😊



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