Bin ich allergisch gegen Gelnägel oder Acrylnägel? So findest Du es heraus

Warum sind meine Finger geschwollen, aufgekratzt gerötet? Befürchtest Du, Du könntest allergisch gegen Gelnägel oder Acrylnägel sein? Dann findest Du in diesem Artikel möglicherweise die überraschende Ursache für Dein Problem.


Gelnägel und Nagellacke enthalten nämlich eine Vielzahl von Inhaltsstoffen. Besonders hervorzuheben ist dabei (Methyl)Acetat. Reagiert unser Körper allergisch auf die Inhaltsstoffe, kommt es zu Rötungen, Juckreiz, Überwärmung und ggf. Schmerzen an der betroffenen Stelle. Natürlicherweise fassen wir uns im Laufe des Tages immer wieder unbewusst ins Gesicht. Die Gesichtshaut ist ohnehin deutlich empfindlicher als die Haut in anderen Körperbereichen. Besonders empfindlich ist jedoch die Haut im Bereich des Mundes sowie der Augen. Daher kann es im Gesichtsbereich besonders leicht zu einer allergischen Hautreaktion, einer sog. Kontaktdermatitis, kommen. so widerfuhr es einer US-amerikanischen Patientin. Wie es der Name andeutet handelt es sich hierbei um eine Entzündung der Haut durch Kontakt.

Um herauszufinden, ob Du allergisch bist, kannst Du entweder

  • einen Auslassversuch starten, d.h. die künstlichen Nägel ablegen und Deine Haut beobachten oder

  • einen Patch-Test durchführen.

Beim Patch-Test (auch Epikutantest genannt) werden verschiedene Allergene in einzelnen Feldern oberflächlich auf den Rücken aufgetragen. Im Gegensatz zum Prick-Test wird dabei die Haut nicht verletzt. Sollte Du gegen einen Stoff allergisch sein, so ist das Ergebnis im entsprechenden Testfeld nach ein bis vier Tagen positiv. Man spricht hier von einer allergischen Reaktion Typ IV bzw. vom Spättyp. Die meisten Hautärzte bieten solche Tests an.

Fällt der Test positiv aus, kannst Du je nach betroffener Körperpartie

  • nicht ins Gesicht fassen oder

  • die Kunstnägel entfernen.

Dann verschwindet die Dermatitis in der Regel von selbst innerhalb weniger Tage bis Wochen. Sollte innerhalb von 2 Wochen die Dermatitis weiterhin bestehen, ist es ratsam hautärztlichen Rat einzuholen. Wenn es bei Dir zu einer Kontaktdermatitis gekommen ist, kannst Du auf Nagellacke mit natürlichen Inhaltsstoffen zurückgreifen. Prüfe dazu einfach, ob Methylacetat oder andere künstliche Inhaltsstoffe in Deinem Nagellack enthalten sind (z.B. Nitrocellulose, Tosylamid-Formaldehyd, Kampfer, Dibutylpthalat und Lösungsmittel wie Aceton oder Farbstoffe).

Manchmal wird eine Kontaktdermatitis auch mit anderen Erkrankungen verwechselt. So entwickelte eine Patientin nach sechsjähriger Anwendung von Gelmaniküren und UV-härtender Nagellacke eine schwere Onychodystrophie(Nagelverformung) mit Onycholyse (Nagelablösung) und subungualer Hyperkeratose (Verdickung unter dem Nagel), ohne dass eine Dermatitis der Finger vorlag. Eine andere Patientin wurde mit Verdacht auf Nagelpsoriasis (Schuppenflechte mit Befall der Nägel) behandelt. Schließlich wurde sie positiv auf die Allergene getestet. Nach 45 Tagen ohne Gelnägel und medizinischen Nagelpflegesitzungen besserte sich ihr Zustand allerdings deutlich, sodass die Verdachtsdiagnose der Schuppenflechte verworfen werden konnte. Es ist also ungemein wichtig, dass behandelndes medizinische Fachpersonal genau über die Pflegegewohnheiten informiert wird, um solche Fehldiagnosen zu vermeiden.


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Quellen:

  • https://www.allure.com/story/gel-manicure-allergy

  • https://www.mdpi.com/2313-5786/1/4/21

  • https://link.springer.com/article/10.1007/s12326-018-0275-7

  • https://cdn.mdedge.com/files/s3fs-public/CT103006315.PDF

  • https://www.karger.com/Article/Abstract/434686

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